In kaum einer Branche ist die Belegschaft so vielsprachig wie in der Gebäudereinigung. Das ist keine Ausnahme, die man verwalten muss, sondern die Voraussetzung, unter der ein Betrieb arbeitet.
Wo der Schaden entsteht
Nicht im Gespräch. Verständigung über das Wesentliche gelingt fast immer, notfalls mit Händen. Der Schaden entsteht dort, wo niemand zuhört: bei der schriftlichen Anweisung.
Ein Reinigungsplan an der Wand, ein Leistungsverzeichnis im Ordner, eine Nachricht in der Gruppe — alles auf Deutsch. Wer es nicht liest, macht es nach bestem Wissen. Meistens geht das gut. Die Fälle, in denen es nicht gut geht, heißen Reklamation.
Die versteckte Abhängigkeit
In fast jedem Betrieb gibt es eine Person, die übersetzt. Sie erklärt neuen Kolleginnen das Objekt, sie gibt Umplanungen weiter, sie klärt Rückfragen. Sie steht in keinem Organigramm und ist trotzdem eine der wichtigsten Stellen im Betrieb.
Fällt sie aus, fällt nicht ihre Schicht aus, sondern die Verständigung an allen Objekten, an denen sie dolmetscht. Das ist ein Risiko, das man erst bemerkt, wenn es eintritt.
Was tatsächlich übersetzt werden muss
Nicht alles. Übersetzt gehört das, was täglich gebraucht wird:
- Der eigene Einsatz — wann, wo, wie lange.
- Die Adresse und der Zugang — Code, Aufzug, Besonderheiten.
- Das Leistungsverzeichnis des Objekts — was heute zu tun ist und was ausdrücklich nicht dazugehört.
- Meldungen — Krankmeldung, Urlaubsantrag, Rückfrage.
Alles andere kann auf Deutsch bleiben. Der Vertrag wird einmal gelesen, der Plan jeden Tag.
Warum die Systemsprache der richtige Anker ist
Eine App, in der man die Sprache erst umstellen muss, wird auf Deutsch benutzt. Wer die Einstellung nicht findet, sucht nicht danach. Folgt die App dagegen der Systemsprache des Handys, ist die Entscheidung längst gefallen — jedes Gerät ist bereits in der Sprache eingerichtet, die seine Besitzerin spricht.
Der Ertrag
Wer versteht, was zu tun ist, macht denselben Fehler nicht zweimal. Das senkt Reklamationen, verkürzt die Einarbeitung und nimmt der Fluktuation einen Teil ihrer Kosten. Es ist der billigste Hebel, den ein Reinigungsbetrieb hat — und der am seltensten gezogen wird.


