ReinigungsDesk
Glossar

Aufzeichnungspflicht nach MiLoG

Auch: Arbeitszeitaufzeichnung, Stundenaufzeichnung nach Mindestlohngesetz.

Von Aktualisiert 12. September 2026

Definition

Nach § 17 Mindestlohngesetz müssen Betriebe der in § 2a Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz genannten Branchen — darunter das Gebäudereinigungsgewerbe — Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit ihrer Beschäftigten aufzeichnen. Die Aufzeichnung muss spätestens bis zum Ablauf des siebten auf den Tag der Arbeitsleistung folgenden Kalendertages vorliegen und mindestens zwei Jahre aufbewahrt werden.

Das Gebäudereinigungsgewerbe steht in der Aufzählung des § 2a Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz. Damit gilt für Reinigungsbetriebe die verschärfte Aufzeichnungspflicht — unabhängig von der Betriebsgröße und unabhängig davon, ob über Mindestlohn bezahlt wird.

Was aufzuzeichnen ist

Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit jedes Beschäftigten. Nicht verlangt sind Pausenzeiten als eigene Angabe, wohl aber eine Dauer, die die Pausen nicht mitrechnet.

Die Sieben-Tage-Frist

Die Aufzeichnung muss spätestens bis zum Ablauf des siebten auf den Tag der Arbeitsleistung folgenden Kalendertages vorliegen. An dieser Frist scheitert Papier in der Praxis: Zettel aus dem Objekt kommen erfahrungsgemäß erst zum Monatsende ins Büro, und eine nachträglich ausgefüllte Liste überzeugt bei einer Prüfung wenig.

Aufbewahrung

Mindestens zwei Jahre, gerechnet ab dem für die Aufzeichnung maßgeblichen Zeitpunkt. Für Lohnunterlagen gelten daneben die allgemeinen steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Fristen, die deutlich länger laufen.

Zur Form

Das Gesetz schreibt keine bestimmte Technik vor; eine handschriftliche Liste erfüllt die Pflicht formal. Die Anforderung, dass die Erfassung objektiv, verlässlich und zugänglich sein muss, geht auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 14. Mai 2019 (C-55/18) zurück — sie lässt sich digital erheblich einfacher erfüllen als mit Listen im Putzraum.

Fahrzeiten nicht vergessen

Fahrzeiten zwischen zwei Einsatzorten während der Arbeitszeit sind in aller Regel Arbeitszeit und damit aufzeichnungspflichtig. Wer nur die Zeit im Objekt erfasst, unterschreitet die tatsächliche Arbeitszeit — und stellt sie dem Auftraggeber auch nicht in Rechnung.

Nicht verwechseln

Wogegen der Begriff abzugrenzen ist.

Die Aufzeichnungspflicht nach dem Mindestlohngesetz richtet sich an die Finanzkontrolle Schwarzarbeit und dient dem Nachweis des Mindestlohns. Davon zu unterscheiden ist die allgemeine Pflicht zur Erfassung der gesamten Arbeitszeit, die das Bundesarbeitsgericht mit Beschluss vom 13. September 2022 (1 ABR 22/21) aus dem Arbeitsschutzgesetz abgeleitet hat.

Weiterlesen

Wo der Begriff eine Rolle spielt.

  • Arbeitszeiterfassung in der Gebäudereinigung: was das Gesetz verlangtWie müssen Reinigungsbetriebe die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter erfassen?
  • FKS-PrüfungDie Finanzkontrolle Schwarzarbeit, kurz FKS, ist die Prüfbehörde des Zolls für Schwarzarbeit, illegale Beschäftigung und die Einhaltung des Mindestlohns. Sie prüft sowohl im Betrieb als auch unangekündigt im Objekt und kann die Vorlage der Arbeitszeitaufzeichnungen sowie der Lohnunterlagen verlangen.
  • LeistungsnachweisEin Leistungsnachweis belegt, dass eine vereinbarte Reinigungsleistung erbracht wurde. Belastbar ist er, wenn er vier Angaben trägt: was gereinigt wurde, in welchem Objekt, zu welcher Uhrzeit und von wem. Eine gesetzliche Formvorschrift gibt es nicht — maßgeblich ist, was der Reinigungsvertrag verlangt.
  • AllgemeinverbindlichkeitEin Tarifvertrag ist allgemeinverbindlich, wenn seine Wirkung über die Mitglieder der Tarifparteien hinaus auf alle Betriebe und Beschäftigten der Branche erstreckt wird. Im Gebäudereiniger-Handwerk sind die Mindestlöhne auf diesem Weg für alle Betriebe der Branche verbindlich — auch für solche, die keinem Arbeitgeberverband angehören.
Der nächste Schritt

Kostenlos Termin buchen — und sehen Sie, was heutzutage möglich ist.

Nehmen Sie eine Reklamation, die Sie zuletzt geärgert hat — wir zeigen Ihnen, wie der Nachweis dazu im System aussehen würde. Ohne Verkaufsunterlage, ohne Termin beim Vertrieb.

Sie wählen selbst einen freien Platz im Kalender.