ReinigungsDesk
Glossar

Allgemeinverbindlichkeit

Auch: AVE, Allgemeinverbindlicherklärung, Branchenmindestlohn.

Von Aktualisiert 12. September 2026

Definition

Ein Tarifvertrag ist allgemeinverbindlich, wenn seine Wirkung über die Mitglieder der Tarifparteien hinaus auf alle Betriebe und Beschäftigten der Branche erstreckt wird. Im Gebäudereiniger-Handwerk sind die Mindestlöhne auf diesem Weg für alle Betriebe der Branche verbindlich — auch für solche, die keinem Arbeitgeberverband angehören.

Für einen Reinigungsbetrieb ist die Allgemeinverbindlichkeit kein tarifrechtliches Randthema, sondern die Größe, die jedes Jahr die Marge verändert — und zwar unabhängig davon, ob der Betrieb tarifgebunden ist oder nicht.

Warum sie auch Außenseiter bindet

Tarifverträge gelten grundsätzlich nur für Mitglieder der abschließenden Verbände. Wird ihre Wirkung erstreckt, gelten die Mindestbedingungen für alle Betriebe der Branche. Für die Mindestlöhne im Gebäudereiniger-Handwerk ist das seit Jahren der Fall.

Das ist gewollt: Es verhindert, dass ein Angebot allein dadurch günstiger wird, dass der Anbieter niedrigere Löhne zahlt.

Die Folge für Festpreisverträge

Die Löhne steigen mit jeder Tarifstufe, der vereinbarte Festpreis im Objektvertrag nicht. Das ist der zweithäufigste Grund dafür, dass ein Objekt unrentabel wird — nach dem still gewachsenen Leistungsumfang.

Was daraus folgt

Wer Objekte mit mehrjähriger Laufzeit abschließt, sollte eine Preisanpassungsklausel vereinbaren, die auf die Entwicklung der Branchenlöhne verweist. Wo das nicht gelungen ist, bleibt nur die Nachverhandlung — und die braucht den Soll-Ist-Vergleich als Grundlage.

Zum Termin

Die jeweils geltenden Stundensätze und ihre Änderungstermine ändern sich regelmäßig. Sie gehören vor jeder Kalkulation frisch nachgeschlagen und nicht aus einem alten Angebot übernommen.

Nicht verwechseln

Wogegen der Begriff abzugrenzen ist.

Der Branchenmindestlohn im Gebäudereiniger-Handwerk liegt über dem gesetzlichen Mindestlohn und geht diesem vor. Wer nur den gesetzlichen Mindestlohn zahlt, unterschreitet die Branchenlöhne — und haftet dafür auch gegenüber den Beschäftigten seiner Nachunternehmer.

Weiterlesen

Wo der Begriff eine Rolle spielt.

  • Objektkalkulation: welches Objekt trägt sich, welches nichtWie erkennt ein Reinigungsbetrieb, welches Objekt unrentabel ist?
  • NachunternehmerEin Nachunternehmer ist ein selbständiges Unternehmen, das im Auftrag eines anderen Unternehmens Reinigungsleistungen erbringt. Nach § 14 Arbeitnehmer-Entsendegesetz haftet der beauftragende Unternehmer für die Mindestlohnansprüche der Beschäftigten seines Nachunternehmers wie ein Bürge, der auf die Einrede der Vorausklage verzichtet hat.
  • Aufzeichnungspflicht nach MiLoGNach § 17 Mindestlohngesetz müssen Betriebe der in § 2a Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz genannten Branchen — darunter das Gebäudereinigungsgewerbe — Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit ihrer Beschäftigten aufzeichnen. Die Aufzeichnung muss spätestens bis zum Ablauf des siebten auf den Tag der Arbeitsleistung folgenden Kalendertages vorliegen und mindestens zwei Jahre aufbewahrt werden.
  • Sollstunden und IststundenSollstunden sind die Stunden, mit denen ein Objekt kalkuliert wurde; Iststunden sind die Stunden, die dort tatsächlich geleistet wurden. Ihr Vergleich je Objekt und Monat ist die einzige Kennzahl, die zeigt, welches Objekt sich trägt — der Umsatz eines Objekts sagt darüber nichts aus.
Der nächste Schritt

Kostenlos Termin buchen — und sehen Sie, was heutzutage möglich ist.

Nehmen Sie eine Reklamation, die Sie zuletzt geärgert hat — wir zeigen Ihnen, wie der Nachweis dazu im System aussehen würde. Ohne Verkaufsunterlage, ohne Termin beim Vertrieb.

Sie wählen selbst einen freien Platz im Kalender.