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Glossar

Bauendreinigung

Auch: Bauschlussreinigung, Baufeinreinigung.

Von Aktualisiert 12. September 2026

Definition

Die Bauendreinigung ist die letzte Reinigung nach Abschluss aller Bauarbeiten und vor der Übergabe oder dem Bezug eines Gebäudes. Sie entfernt Bauschmutz, Klebereste, Farbspritzer und Schutzfolien und stellt den bezugsfertigen Zustand her; abgerechnet wird sie nach Aufwand oder Quadratmeter, nicht im Turnus.

Die Bauendreinigung ist die risikoreichste Leistungsart im Gebäudereiniger-Handwerk — nicht wegen der Arbeit, sondern wegen der Kalkulationsgrundlage. Sie wird angeboten, bevor jemand den tatsächlichen Zustand gesehen hat.

Was dazugehört

Feinreinigung aller Oberflächen, Entfernen von Aufklebern, Etiketten und Schutzfolien, Beseitigung von Mörtel-, Silikon- und Farbresten, Reinigung von Fensterflächen einschließlich Rahmen und Falzen, Sanitärobjekten und Bodenbelägen, Endkontrolle vor der Abnahme.

Woran die Kalkulation scheitert

Der Aufwand hängt fast vollständig davon ab, wie sauber die vorhergehenden Gewerke gearbeitet haben — und das steht in keiner Ausschreibung. Zwei Gebäude gleicher Fläche können sich im Aufwand um den Faktor drei unterscheiden.

Belastbar wird das Angebot nur über zwei Dinge: eine Besichtigung möglichst kurz vor Beginn und eine schriftliche Abgrenzung, welcher Ausgangszustand unterstellt wird. Alles darüber hinaus ist Nachtrag.

Der Nachweis entscheidet über die Abnahme

Bei der Bauendreinigung wird häufiger reklamiert als bei jeder anderen Leistungsart, weil der Begriff „bezugsfertig” auslegungsfähig ist. Eine Foto-Dokumentation des Zustands vor Beginn ist deshalb kein Verwaltungsaufwand, sondern die Grundlage, auf der später über Nachträge gesprochen wird.

Nicht verwechseln

Wogegen der Begriff abzugrenzen ist.

Vor der Bauendreinigung liegen Baugrobreinigung — das Entfernen von Bauschutt während der Rohbauphase — und Bauzwischenreinigung. Wer eine Bauendreinigung anbietet, kalkuliert einen bezugsfertigen Zustand; wer stattdessen eine unfertige Baustelle vorfindet, erbringt ohne Nachtrag eine Leistung, die er nicht angeboten hat.

Weiterlesen

Wo der Begriff eine Rolle spielt.

  • GrundreinigungDie Grundreinigung ist eine turnusferne Intensivreinigung, die einen verlorenen Ausgangszustand wiederherstellt — etwa durch das vollständige Entfernen alter Pflegefilme von einem Bodenbelag und das anschließende Neubeschichten. Sie wird nach Aufwand oder Fläche gesondert beauftragt und ist nicht Teil des monatlichen Festpreises der Unterhaltsreinigung.
  • LeistungsnachweisEin Leistungsnachweis belegt, dass eine vereinbarte Reinigungsleistung erbracht wurde. Belastbar ist er, wenn er vier Angaben trägt: was gereinigt wurde, in welchem Objekt, zu welcher Uhrzeit und von wem. Eine gesetzliche Formvorschrift gibt es nicht — maßgeblich ist, was der Reinigungsvertrag verlangt.
  • Sollstunden und IststundenSollstunden sind die Stunden, mit denen ein Objekt kalkuliert wurde; Iststunden sind die Stunden, die dort tatsächlich geleistet wurden. Ihr Vergleich je Objekt und Monat ist die einzige Kennzahl, die zeigt, welches Objekt sich trägt — der Umsatz eines Objekts sagt darüber nichts aus.
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