Sichtreinigung ist der Versuch, Stunden dort zu sparen, wo sie ohne Nutzen anfallen: in Besprechungsräumen, die eine Woche lang leer standen, in Nebentreppen, die niemand benutzt, in Lagerbereichen.
Wo sie funktioniert
In gering und unregelmäßig frequentierten Bereichen, deren Nutzung der Auftraggeber selbst nicht vorhersagen kann. Dort ist ein fester Turnus tatsächlich Verschwendung.
Wo sie scheitert
In Bereichen mit Hygieneanforderung — Sanitär, Küche, Pflege — und überall dort, wo der Auftraggeber ein Ergebnis erwartet, das er nicht beschrieben hat. „Sauber” ist kein Sollzustand, sondern eine Meinung.
Was in den Vertrag gehört
Eine belastbare Sichtreinigungsvereinbarung nennt drei Dinge: welche Bereiche betroffen sind, welcher Zustand als reinigungsbedürftig gilt, und in welchem Höchstabstand unabhängig vom Zustand gereinigt wird. Der letzte Punkt ist der wichtigste — er verhindert, dass ein Raum ein halbes Jahr lang unberührt bleibt.
Der Nachweis wird wichtiger, nicht unwichtiger
Wer nach Bedarf reinigt, muss belegen können, dass geprüft wurde. Ein dokumentierter Kontrollgang mit Zeitstempel ist bei Sichtreinigung kein zusätzlicher Aufwand, sondern die einzige Grundlage, auf der sich eine Reklamation entkräften lässt.


