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Glossar

Reinigungsturnus

Auch: Turnus, Reinigungsintervall, Reinigungsfrequenz.

Von Aktualisiert 12. September 2026

Definition

Der Reinigungsturnus gibt an, wie oft eine Leistung in einem Bereich erbracht wird — üblich als Angabe pro Woche, etwa 5/7 für werktäglich oder 1/7 für einmal wöchentlich. Er ist neben Fläche und Leistungswert einer der drei Faktoren, aus denen die kalkulierte Sollzeit eines Objekts entsteht.

Der Turnus ist die Stellschraube, an der in Preisverhandlungen zuerst gedreht wird — und diejenige, deren Auswirkung am häufigsten unterschätzt wird.

Die Schreibweise

Üblich ist die Angabe als Bruch der Wochentage: 5/7 bedeutet an fünf von sieben Tagen, 1/7 einmal wöchentlich, 1/14 vierzehntägig. Für seltenere Leistungen wird in Durchgängen pro Jahr gerechnet, etwa 2 × jährlich für die Glasreinigung.

Die Rechnung dahinter

Sollzeit = Fläche ÷ Leistungswert × Turnus. Eine Reduzierung von 5/7 auf 3/7 senkt die Stunden um 40 Prozent — den Aufwand pro Durchgang senkt sie nicht, im Gegenteil: Bei größerem Abstand ist mehr Schmutz zu entfernen, und der Leistungswert sinkt.

Warum eine Turnusänderung in den Vertrag gehört

Eine Turnusreduzierung ist eine Leistungsänderung, keine Nettigkeit. Wird sie mündlich vereinbart und nicht dokumentiert, bleibt der alte Preis ebenso ungeklärt wie die spätere Frage, warum ein Bereich seltener gereinigt wird als im Leistungsverzeichnis beschrieben.

Der Turnus im Plan

Ein Turnus, der nur im Vertrag steht, wird nicht eingehalten. Er wird eingehalten, wenn er als wiederkehrender Einsatz im Plan hinterlegt ist und die Kraft vor Ort ihn dort sieht — in ihrer Sprache, mit der Angabe, welche Bereiche heute dazugehören und welche nicht.

Nicht verwechseln

Wogegen der Begriff abzugrenzen ist.

Der Turnus ist nicht der Dienstplan. Er sagt, wie oft gereinigt wird, nicht wann und von wem. Ein Turnus von 3/7 lässt offen, ob montags, mittwochs und freitags gereinigt wird — der Plan entsteht erst daraus.

Weiterlesen

Wo der Begriff eine Rolle spielt.

  • LeistungsverzeichnisDas Leistungsverzeichnis, kurz LV, listet für jedes Objekt auf, welche Leistung in welchem Bereich in welchem Turnus zu erbringen ist. Es ist Bestandteil des Reinigungsvertrags und zugleich die Grundlage der Kalkulation: Was nicht im Leistungsverzeichnis steht, ist weder geschuldet noch bezahlt.
  • LeistungswertDer Leistungswert gibt an, wie viele Quadratmeter eine Reinigungskraft bei einer bestimmten Tätigkeit in einer Stunde bewältigt. Er ist der Umrechnungsfaktor zwischen Fläche und Zeit und damit die empfindlichste Größe jeder Kalkulation — schon eine Abweichung von zehn Prozent entscheidet darüber, ob ein Objekt sich trägt.
  • UnterhaltsreinigungUnterhaltsreinigung ist die wiederkehrende Reinigung eines Objekts in einem festen Turnus — Böden, Sanitärbereiche, Oberflächen und Abfallentsorgung — mit dem Ziel, den Gebrauchszustand zu erhalten. Sie ist die mengenmäßig größte Leistungsart im Gebäudereiniger-Handwerk und wird in aller Regel als Festpreis je Monat vereinbart.
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