Der Turnus ist die Stellschraube, an der in Preisverhandlungen zuerst gedreht wird — und diejenige, deren Auswirkung am häufigsten unterschätzt wird.
Die Schreibweise
Üblich ist die Angabe als Bruch der Wochentage: 5/7 bedeutet an fünf von sieben Tagen, 1/7 einmal wöchentlich, 1/14 vierzehntägig. Für seltenere Leistungen wird in Durchgängen pro Jahr gerechnet, etwa 2 × jährlich für die Glasreinigung.
Die Rechnung dahinter
Sollzeit = Fläche ÷ Leistungswert × Turnus. Eine Reduzierung von 5/7 auf 3/7 senkt die Stunden um 40 Prozent — den Aufwand pro Durchgang senkt sie nicht, im Gegenteil: Bei größerem Abstand ist mehr Schmutz zu entfernen, und der Leistungswert sinkt.
Warum eine Turnusänderung in den Vertrag gehört
Eine Turnusreduzierung ist eine Leistungsänderung, keine Nettigkeit. Wird sie mündlich vereinbart und nicht dokumentiert, bleibt der alte Preis ebenso ungeklärt wie die spätere Frage, warum ein Bereich seltener gereinigt wird als im Leistungsverzeichnis beschrieben.
Der Turnus im Plan
Ein Turnus, der nur im Vertrag steht, wird nicht eingehalten. Er wird eingehalten, wenn er als wiederkehrender Einsatz im Plan hinterlegt ist und die Kraft vor Ort ihn dort sieht — in ihrer Sprache, mit der Angabe, welche Bereiche heute dazugehören und welche nicht.


