Fluktuation gilt in der Gebäudereinigung als Naturgesetz. Sie ist hoch, sie war immer hoch, und die meisten Betriebe rechnen sie nicht, weil sie ohnehin nichts dagegen tun zu können glauben.
Warum die Kosten unsichtbar bleiben
Ein Personalwechsel erzeugt keine Rechnung. Er erzeugt:
- Zeit für Suche und Auswahl — meist beim Inhaber selbst.
- Zeit für Anmeldung, Unterlagen und Ausstattung — Ausweis, Nachweise, Schlüssel, Arbeitskleidung.
- Einarbeitung im Objekt — durch die Objektleitung oder durch eine Kollegin, die dafür ihre eigene Arbeit unterbricht.
- Fehler der ersten Wochen — ausgelassene Bereiche, falsches Verfahren, Nachreinigung.
- Reklamationsrisiko — mit allem, was daran hängt.
Keiner dieser Posten hat ein Konto. Deshalb steht am Jahresende eine Marge, die niemand erklären kann, und keine Zahl, die auf die Ursache zeigt.
Die drei steuerbaren Ursachen
Einarbeitung ohne Objektwissen. Wenn das Wissen über ein Objekt nur im Kopf der bisherigen Kraft existiert, dauert jede Einarbeitung so lange, wie jemand Zeit hat, es zu erzählen. Liegt es am Objekt, dauert sie so lange wie ein Rundgang.
Ein Plan, der nicht gelesen werden kann. Wer nicht versteht, was von ihm erwartet wird, macht Fehler, wird darauf angesprochen und fühlt sich zu Unrecht kritisiert. Das ist einer der häufigsten Gründe für einen frühen Austritt — und er hat nichts mit Bezahlung zu tun.
Eine Disposition, die kurzfristig umwirft. Ein Plan, der sich täglich per Anruf ändert, ist für Menschen mit Familie oder Zweitbeschäftigung schwer tragbar. Verlässliche Planung ist in dieser Branche ein Halteargument.
Die ersten vier Wochen
Wer in den ersten vier Wochen weiß, wo er hin muss, was dort zu tun ist und wen er fragen kann, bleibt erfahrungsgemäß deutlich häufiger. Wer in dieser Zeit dreimal an der falschen Adresse stand, geht.
Das ist der Grund, warum Einarbeitung kein Verwaltungsthema ist, sondern der Hebel mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung.
Getrennt messen
Wer Fluktuation senken will, sollte zwei Zahlen trennen: Austritte innerhalb der ersten sechs Monate und Austritte danach. Die erste Zahl sagt etwas über die Einarbeitung, die zweite über die Arbeitsbedingungen. Zusammengezählt sagen sie nichts — und genau so werden sie meistens erhoben.


