ReinigungsDesk
Glossar

Nachunternehmer

Auch: Subunternehmer, Nachauftragnehmer.

Von Aktualisiert 12. September 2026

Definition

Ein Nachunternehmer ist ein selbständiges Unternehmen, das im Auftrag eines anderen Unternehmens Reinigungsleistungen erbringt. Nach § 14 Arbeitnehmer-Entsendegesetz haftet der beauftragende Unternehmer für die Mindestlohnansprüche der Beschäftigten seines Nachunternehmers wie ein Bürge, der auf die Einrede der Vorausklage verzichtet hat.

Mit Nachunternehmern zu arbeiten ist in der Gebäudereinigung üblich — für Spitzenlasten, für Sonderleistungen, für Objekte außerhalb des eigenen Einzugsgebiets. Das Risiko liegt nicht in der Zusammenarbeit, sondern in der Haftung.

Die Haftung für den Mindestlohn

§ 14 Arbeitnehmer-Entsendegesetz ordnet eine verschuldensunabhängige Bürgenhaftung an: Zahlt der Nachunternehmer seinen Beschäftigten nicht den geschuldeten Mindestlohn, kann der beauftragende Unternehmer unmittelbar in Anspruch genommen werden. § 13 Mindestlohngesetz erklärt diese Regelung für den gesetzlichen Mindestlohn entsprechend anwendbar.

Verschuldensunabhängig heißt: Es hilft nicht, davon nichts gewusst zu haben.

Was vor der Beauftragung vorliegen sollte

Gewerbeanmeldung und Handelsregisterauszug, Unbedenklichkeitsbescheinigungen von Finanzamt, Krankenkassen und Berufsgenossenschaft, der Nachweis der Betriebshaftpflicht mit ausreichender Deckungssumme, und eine schriftliche Zusicherung zur Einhaltung der Mindestlöhne.

Diese Unterlagen haben ein Ablaufdatum. Eine Bescheinigung von vor zwei Jahren sagt nichts über heute.

Die Nachweise laufen mit

Ein Nachunternehmer, der im selben System arbeitet wie der eigene Betrieb, liefert Zeiten und Leistungsnachweise in derselben Form ab. Das ist nicht nur bequem — bei einer FKS-Prüfung wird genau danach gefragt.

Im Verhältnis zum Auftraggeber

Viele Reinigungsverträge und praktisch alle öffentlichen Ausschreibungen verlangen die vorherige Zustimmung des Auftraggebers zum Einsatz von Nachunternehmern. Wer ohne diese Zustimmung weitervergibt, verletzt den Vertrag unabhängig von der Qualität der Leistung.

Nicht verwechseln

Wogegen der Begriff abzugrenzen ist.

Ein Nachunternehmer erbringt eine eigene Werkleistung mit eigenem Personal und eigener Weisungsbefugnis. Wird stattdessen Personal in den fremden Betrieb eingegliedert und dort angewiesen, liegt Arbeitnehmerüberlassung vor — mit vollständig anderen Anforderungen und dem Risiko der unerlaubten Überlassung.

Weiterlesen

Wo der Begriff eine Rolle spielt.

  • FKS-PrüfungDie Finanzkontrolle Schwarzarbeit, kurz FKS, ist die Prüfbehörde des Zolls für Schwarzarbeit, illegale Beschäftigung und die Einhaltung des Mindestlohns. Sie prüft sowohl im Betrieb als auch unangekündigt im Objekt und kann die Vorlage der Arbeitszeitaufzeichnungen sowie der Lohnunterlagen verlangen.
  • AllgemeinverbindlichkeitEin Tarifvertrag ist allgemeinverbindlich, wenn seine Wirkung über die Mitglieder der Tarifparteien hinaus auf alle Betriebe und Beschäftigten der Branche erstreckt wird. Im Gebäudereiniger-Handwerk sind die Mindestlöhne auf diesem Weg für alle Betriebe der Branche verbindlich — auch für solche, die keinem Arbeitgeberverband angehören.
  • RahmenvertragEin Rahmenvertrag legt die Bedingungen für eine Reihe künftiger Einzelaufträge fest — Preise, Leistungsarten, Fristen und Qualitätsanforderungen —, ohne selbst schon eine bestimmte Menge zu beauftragen. Die eigentliche Leistung entsteht erst durch den Abruf; eine Abnahmemenge ist damit in der Regel nicht garantiert.
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