Der Leistungswert ist die einzige Zahl in der Kalkulation, die nicht gemessen, sondern angenommen wird. Fläche steht im Raumbuch, Turnus steht im Vertrag, der Lohn steht im Tarif — der Leistungswert kommt aus der Erfahrung oder aus einer Tabelle.
Wovon er abhängt
Von der Raumart, vom Bodenbelag, vom Möblierungsgrad, vom Verfahren und vom Zuschnitt der Fläche. Ein leerer Flur und ein gleich großes Großraumbüro mit sechzig Arbeitsplätzen unterscheiden sich um ein Vielfaches, obwohl in beiden Fällen derselbe Boden gewischt wird.
Dazu kommen Wegezeiten innerhalb des Objekts, Rüstzeiten und die Zeit für Verbrauchsmaterial — alles Anteile, die in einer reinen Flächenbetrachtung fehlen.
Warum übernommene Werte gefährlich sind
Richtwerte aus Tabellenwerken beschreiben Durchschnittsobjekte. Sie sind ein brauchbarer Ausgangspunkt und eine schlechte Grundlage. Der belastbare Wert ist der eigene: die tatsächlich geleisteten Stunden eines vergleichbaren Objekts, geteilt durch dessen Fläche.
Wie man zum eigenen Wert kommt
Nur über Zeiterfassung mit Objektbezug. Eine Stundenzahl ohne Objekt lässt sich keiner Fläche zuordnen und ist für die Bildung eines Leistungswerts wertlos. Wer zwölf Monate lang je Objekt erfasst, hat danach eine Kalkulationsgrundlage, die kein Tabellenwerk liefern kann.


