ReinigungsDesk
Glossar

Raumbuch

Auch: Flächenverzeichnis, Raumliste.

Von Aktualisiert 12. September 2026

Definition

Das Raumbuch verzeichnet alle Räume und Flächen eines Objekts mit Raumart, Quadratmetern, Bodenbelag und Ausstattung. Es ist die Mengengrundlage jeder Kalkulation: Ohne Raumbuch lässt sich weder eine Sollzeit rechnen noch eine Preisanpassung begründen, weil die Bezugsgröße fehlt.

Das Raumbuch entsteht beim Aufmaß und ist danach das einzige Dokument, das die tatsächliche Größe eines Objekts festhält. Es ist zugleich das Dokument, das in kleinen Betrieben am häufigsten fehlt.

Was je Raum erfasst wird

Raumnummer oder Bezeichnung, Raumart (Büro, Sanitär, Verkehrsfläche, Treppenhaus, Lager), Fläche in Quadratmetern, Bodenbelag, Anzahl relevanter Ausstattungsteile wie Waschbecken oder Glastüren, sowie Besonderheiten — Zugangscode, Aufzug, Öffnungszeit.

Warum es der Kraft vor Ort gehört

Ein Raumbuch, das nur im Büro liegt, hilft der Vertretung nicht. Der häufigste Grund für eine Reklamation nach einem Personalwechsel ist nicht mangelnde Sorgfalt, sondern fehlendes Objektwissen: Welcher Raum, welcher Code, welcher Bereich gehört nicht dazu.

Die Grundlage jeder Nachverhandlung

Wer nach einer Tariferhöhung oder einem Leistungszuwachs nachverhandeln will, braucht zwei Zahlen: die Fläche von damals und die Fläche von heute. Beide stehen im Raumbuch — oder nirgends. Ein Gespräch über Preise, das ohne diese Zahlen geführt wird, endet regelmäßig mit dem Hinweis, der Preis sei schließlich vereinbart worden.

Nicht verwechseln

Wogegen der Begriff abzugrenzen ist.

Das Raumbuch sagt, was da ist; das Leistungsverzeichnis sagt, was damit zu tun ist. Ein Aufmaß ist wiederum nur die einmalige Erhebung der Flächen — das Raumbuch ist deren gepflegte Fortschreibung.

Weiterlesen

Wo der Begriff eine Rolle spielt.

  • Objektkalkulation: welches Objekt trägt sich, welches nichtWie erkennt ein Reinigungsbetrieb, welches Objekt unrentabel ist?
  • LeistungsverzeichnisDas Leistungsverzeichnis, kurz LV, listet für jedes Objekt auf, welche Leistung in welchem Bereich in welchem Turnus zu erbringen ist. Es ist Bestandteil des Reinigungsvertrags und zugleich die Grundlage der Kalkulation: Was nicht im Leistungsverzeichnis steht, ist weder geschuldet noch bezahlt.
  • LeistungswertDer Leistungswert gibt an, wie viele Quadratmeter eine Reinigungskraft bei einer bestimmten Tätigkeit in einer Stunde bewältigt. Er ist der Umrechnungsfaktor zwischen Fläche und Zeit und damit die empfindlichste Größe jeder Kalkulation — schon eine Abweichung von zehn Prozent entscheidet darüber, ob ein Objekt sich trägt.
  • Sollstunden und IststundenSollstunden sind die Stunden, mit denen ein Objekt kalkuliert wurde; Iststunden sind die Stunden, die dort tatsächlich geleistet wurden. Ihr Vergleich je Objekt und Monat ist die einzige Kennzahl, die zeigt, welches Objekt sich trägt — der Umsatz eines Objekts sagt darüber nichts aus.
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